Patin Attriba Zoschke mit ihrem Patenkind Yen Lay in Havanna.

„Schicksal führt die Menschen über tausend Meilen zusammen“

  • Paten stellen sich vor, Aktuelles

Ein altes chinesisches Sprichwort

Unsere Patentochter heißt Yen Lay. Bei meinem Besuch bestätigte ihre Mutter sofort, dass es sich um einen chinesischen Namen handelt. Ich selbst bin eine Uigurin aus China, und deshalb fand ich es besonders bemerkenswert, dass unser Patenkind einen chinesischen Namen trägt. Dass uns schließlich das Schicksal – oder besser gesagt die Bernhard Adolph-Stiftung – zusammengeführt hat, empfinde ich als etwas ganz Besonderes.
Alles begann mit meiner Leidenschaft für das Salsa-Tanzen. Bereits bei meinem ersten Besuch auf Kuba im Jahr 2023 wurde mir bewusst, wie schwierig die wirtschaftliche Lage im Land ist. Als ich an den Häusern vorbeiging, konnte ich kaum glauben, unter welchen Bedingungen die Menschen dort leben – insbesondere die Kinder. Diese Eindrücke haben mich sehr bewegt. Nach meinem weiteren Besuch im April 2025 begann ich intensiv nach Möglichkeiten zu suchen, wie ich die Menschen vor Ort unterstützen kann.
Wie man auf Spanisch sagt: Gracias a la Vida.
Mein Mann und ich fanden über die Stiftung relativ schnell eine Familie und damit unser Patenkind. Mein erster Gedanke war, das Kind und seine Familie unbedingt persönlich kennenlernen zu wollen. So kam meine Reise im Dezember nach Havanna zustande. Frau Schubert unterstützte mich dabei sehr, und auch vor Ort stand mir die Sozialarbeiterin Belinda jederzeit mit Hilfe zur Seite. Sowohl die Besuche bei unserem Patenkind als auch in der Kita verliefen reibungslos. Dafür möchte ich mich herzlich bei allen Sozialarbeiterinnen, bei Schwester Remedios vor Ort sowie bei Frau Schubert bedanken.

Nach dem ersten Besuch bei unserem Patenkind habe ich lange in meinem Casa in Havanna Vieja geweint. Es war ein sehr emotionales Treffen mit der Familie und insbesondere mit unserer Patentochter Yen Lay. Sie ist sechs Jahre alt und lebt mit ihrer alleinerziehenden Mutter, ihrer fünfjährigen Schwester mit Autismus sowie den Großeltern in einem winzigen Haus in sehr schlechtem Zustand. Dennoch wurden wir gemeinsam mit der Sozialarbeiterin und Schwester Reme äußerst herzlich empfangen. Yen Lay ist ein ruhiges, fast introvertiertes Mädchen. Trotzdem merkte ich schnell, wie sehr sie sich über meinen Besuch freute. Über ihre Mutter ließ sie sogar fragen, warum Alexander, unser Sohn, nicht mitgekommen sei. Trotz aller Umstände hatte ich das Gefühl, dass die Kinder in einem kleinen, liebevoll aufgebauten Netz aus Zusammenhalt und Zuneigung leben.
Auch der Besuch der Kita war für mich etwas ganz Besonderes. Obwohl ich kaum Spanisch spreche, konnte ich mit den Kindern gemeinsam spielen. Sie sangen mehrere kubanische Kinderlieder, und diese Momente waren sehr berührend. All das sehen und miterleben zu dürfen, war für mich eine große Ehre. Ich habe großen Respekt vor der Arbeit der Bernhard Adolph-Stiftung, und ich bin überzeugt davon, dass sich jeder, der die Welt ein kleines Stück besser machen möchte, dieser wertvollen Arbeit anschließen sollte.

[Attriba Zoschke, Berlin]

Bernhard Adolph-Stiftung / Kuba-Hilfe

Jovyplatz 4 (kreativAmt)
45964 Gladbeck

Telefon: +49 2043 9211 407

E-Mail: info@kuba-hilfe.de
Internet: www.kuba-hilfe.de

 


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